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New Basket 92 Oberhausen e.V.       

Die nächsten Spiele

Sa. 25.05.2019
17h Leverkusen - D1

So. 26.05.2019
10h U16-2 - Bochum

Sa. 15.06.2019
Quali WNBL

01.05.2019
WNBL
NBO-Trainer Ralf Weßlowski: „Wir sehen großes Potenzial“

Die New Baskets möchten den Fokus wieder mehr auf den Jugendbereich legen und ein eigenes Nachwuchs-Team in der Bundesliga etablieren.

 

Nicht so rosig sah es zeitweise bei den New Baskets Oberhausen aus. Die Basketballerinnen durchlebten nach dem Abstieg aus der Bundesliga eine Talfahrt. Aus der Regionalliga stieg die erste Mannschaft in der vergangenen Spielzeit ab, die Teilnahme in der weiblichen Nachwuchs-Bundesliga war in den letzten Jahren nur noch in Kooperation mit Recklinghausen und Bochum möglich.

 

In dieser Saison kam die erste Mannschaft von Trainer Ralf Weßlowski unter die besten Vier des WBV-Pokals und verpasste damit auch den Einzug in eine mögliche erste DBB-Pokalrunde nur sehr knapp. In der Liga steht die Mannschaft auf Platz zwei, direkt hinter den finanzstarken Landeshauptstädterinnen, den Capitol Bascats, die mit verpflichteten Spielerinnen aus Kanada und den USA vermutlich auch in der Regionalliga um den Aufstieg spielen würden.

 

Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft steht an

 

Dazu sorgte auch die NBO-Jugend zuletzt für positive Schlagzeilen. Die U16 setzte sich in der Endrunde um die Teilnahme für den bundesweiten Vergleich auf Rang zwei durch. Am Wochenende steht die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft an. Hier coacht Nicole Telke einen starken Jahrgang und will damit eben auch eine neue Generation für die erste Mannschaft heranführen.

 

Das passierte zuletzt auch in der Kooperation, nur ist die Organisation über drei Vereine, in denen die jungen Mädchen teilweise auch im Damenbereich Spielpraxis sammeln müssen und sollen, deutlich schwieriger. Verschiedene Kompetenzen, mehr Trainer, die eben auch mal beim Training zu wenig Leute haben und sich aus so einem Pool an Spielerinnen gegebenenfalls mehr bedienen, als es der Entwicklung zuträglich wäre, sind kleine Stolpersteine.

 

Gute Strukturen

 

All das macht Weßlowski aber nicht als Grund für den Schritt hin zu einer eigenen Mannschaft aus. "Wir haben die Verantwortung in Oberhausen, etwas für die Jugend zu tun. Der Jahrgang ist qualitativ gut und wir haben die Strukturen, um das zu stemmen." Natürlich weiß man bei den New Baskets auch um die Wichtigkeit einer guten Jugendarbeit, für die so ein WNBL-Projekt nur der Startschuss sein kann.

 

Zuletzt gelang das vor einiger Zeit genau so. Die Generation rund um Sarah Zierhut, Birte Thimm und Lea Mersch war ein Kern aus der eigenen Jugend, der die erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte möglich machte. "Es geht aber nicht darum, jetzt nur noch kommende Nationalspielerinnen hier auszubilden", will er die Trauben nicht zu hoch hängen.

 

Unbedingt in die Regionalliga zurückkehren

 

Viel mehr gehe es um den Standort und die Entwicklung der Mädchen. Für viele ist der Sprung aus der Jugend in den Bundesligabereich zu groß geworden. Nach dem die Ausländerregel durch EU-Recht gekippt und das "Gentlemen’s-Agreement", das jungen deutschen Spielerinnen Spielzeit garantierte, ausgehebelt wurde, bedurfte es für Titel einen Kader voller Profis. Ohne starken Investor ist das nicht zu stemmen und für einen Verein, der die Jugendförderung ernst nehmen will, mittlerweile keine Option.

 

Die New Baskets wollen unbedingt in die Regionalliga zurück. Das wäre das aktuell finanziell einzig sinnvolle Szenario, sollte sich bei der kommenden Jahreshauptversammlung nichts völlig Überraschendes tun. Bei der wird der aktuelle Vorstand mit Vorsitzender Sabine Benter und stellvertretend Ralf Höfels ausscheiden.

 

Relativ kurze Fahrten mit dennoch sportlicher Relevanz sind ein guter Anreiz für talentierte Mädchen und junge Frauen, die trotz allem sportlichen Talents nicht die hoch dotierten Profiverträge aus dem Herrenbereich abstauben werden und parallel zum zeitaufwendigen Training Abitur, Ausbildung und Studium unter einen Hut kriegen müssen.

 

Engere Zusammenarbeit

 

Nun hat sich eben ein guter Kern gefunden, der partiell und insbesondere in der Breite verstärkt werden muss. "Für die Qualifikationsrunde im Sommer suchen wir noch ambitionierte Nachwuchsspielerinnen der Jahrgänge 2002, 2003 und 2004", sagt Weßlowski, der Nicole Telke mit der WNBL unterstützen wird.

 

Parallel dazu wird auch Telke noch enger mit Weßlowski bei der ersten Damenmannschaft zusammenarbeiten, um dort dem kommenden WNBL-Team Spielpraxis zu ermöglichen. "Wir sehen großes Potenzial in der Mischung", erklärt Weßlowski. Sarah Zierhut, Renée Höfels und auch Helena Dahlem mit Bundesligaerfahrung könnten ein Gerüst sein. Dazu kämen die Spielerinnen, die bereit sind, ihr Arbeitspensum beim Training deutlich zu erhöhen.

 

Der neue Fokus auf die Jugend soll einen klaren Kurs aufzeigen und für die Zukunft die Weichen stellen, bevor die letzte Bundesligageneration aus dem aktiven Betrieb ausscheidet und nicht mehr als Mentor für die neue Generation dienen kann. Ein Aufbruch in möglicherweise wieder rosige Zeiten.

 

Text: Geronimo Köllner
Foto: Kerstin Bögeholz